10.12.2026 -  Kobekina, Lazarova und das MKO

Kobekina, Lazarova und das MKO

Abokonzertreihe

10.12.2026, 20 Uhr
Prinzregententheater

HEIMWEH UND FERNWEH. Für Bryce Dessner sind Herkunft und Identität essenzielle Befragungen. Sein Vater entstammt einer Familie jüdischer Auswanderer aus Polen und Russland. Er selbst wurde in den USA geboren und jüdisch erzogen. Diese Familiengeschichte prägt sein Schaffen, mehr oder weniger direkt. In der Cello-Symphonie ›Trembling Earth‹ (Zitternde Erde) vereinen sich Heimat und Ferne zu einer »poetischen Reise«. Die einzelnen Abschnitte sind durch Landschaftsgemälde von Edvard Munch inspiriert. Sie folgen musikalisch jeweils einem eigenen Stil, um sich zu einem kohärenten Ganzen zu vereinen. Denn für Dessner ist Heimat auch stilistisch die Einheit in der Vielfalt: von der Klassik bis zum Indie-Rock seiner Band ›The National‹. Von einer Reise auf die britischen Inseln ist die ›Schottische‹ inspiriert. Mit ihr hat Felix Mendelssohn 1829/42 ein Meisterwerk der deutschen Romantik geschaffen. In seiner deutschen Heimat wurde er trotzdem bald zum Fremdling erklärt – wegen seiner jüdischen Herkunft. Was mit antisemitischen Polemiken von Richard Wagner begann, gipfelte in Aufführungsverboten während der NS-Zeit. Das besiegelte faktisch auch das Schicksal der Werke seiner Schwester. Bis in die 1980er-Jahre war Fanny Hensels Musik unbekannt: weil sie eine Frau und jüdischer Herkunft war. Ihre atmosphärisch dichte Ouvertüre, ihr einziges großbesetztes Orchesterwerk, wurde 1834 nur im kleinen privaten Kreis der ›Sonntagsmusiken‹ im Hause Mendelssohn aufgeführt, die Fanny Hensel mit ihrem Bruder in Berlin gestaltete.

Das Konzert wird von BR-Klassik mitgeschnitten.

10.12.2026, 20 Uhr Prinzregententheater

Anastasia Kobekina, Violoncello
Delyana Lazarova, Dirigent

Programm

Fanny Mendelssohn Hensel,
Ouvertüre C-Dur

Bryce Dessner,
Cellokonzert – Kammerorchesterfassung

Pause,
25min

Felix Mendelssohn-Bartholdy,
Symphonie Nr.3 „Schottische“

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